Unsere Anfrage: Renaturierung des Saubach.
Der Saubach hat seinen Anfang am Forellenteich am Marienhospital und mündet letztendlich in der Bessunger Kiesgrube. Auf seinem Weg kommt er am Polizeipräsidium vorbei, sowie der Musikakademie, der Lichtenbergschule und auch durch einige unserer Gärten fließt er.
Leider kommt das Wasser oft nicht viel weiter als bis zu Lichtenbergschule um dort in einem kleinen Weiher zu enden. Es ist zwar eine zusätzliche Umgehung und ein Überlauf installiert, allerdings scheint die Wassermenge nicht ausreichend zu sein.
Um die Kiesgrube nun vor dem austrocknen zu bewahren und den Saubach komplett renaturieren zu können, haben wir mit der Schulleitung gesprochen. Diese hat uns an das Umweltdezernat verwiesen, das wir nun anschreiben wollen.

Hierzu die Antwort vom Dezernat:

https://www.gesetze-im-internet.de/abweichendes_Landesrecht/bnatschgag_he__3.html

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse am Naturschutzgebiet Bessunger Kiesgrube. Aufgrund der verschiedenen Zuständigkeiten für das Naturschutzgebiet hat meine Antwort an Sie leider etwas länger gedauert, was ich zu entschuldigen bitte.

Ihr bisheriges Engagement für den Natur- und Artenschutz weiß ich sehr zu würdigen und möchte Sie darin gerne weiter unterstützen.

Insbesondere für Projekte mit Schulen und Kindertagesstätten habe ich als Umwelt- und Sozialdezernentin immer ein offenes Ohr.

Im Falle des Schutzgebietes „Bessunger Kiesgrube“ sind dem jedoch Grenzen gesetzt. Der Wert des Gebietes ergibt sich unter anderem aus der „versteckten“ Lage und der Abwesenheit von menschlicher Nutzung in jeglicher Form. Auch Führungen und Exkursionen sind
grundsätzlich durch die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidiums
Darmstadt anzumelden, die damit akribisch die Erhaltung des wertvollen Gebietes
überwacht.

Bei Interesse setze ich mich aber gerne dafür ein, dass eine Führung für Sie, als direkte Nachbarinnen und Nachbarn des NSG, ermöglicht wird. Am besten ist dazu das späte Frühjahr geeignet. Für Ihr Angebot, selbst Führungen anzubieten bedanke ich mich, leider ist das aus oben genannten Gründen nicht möglich.

Informationsmaterial zur Bessunger Kiesgrube gibt es im Augenblick nur wenig. Die Homepage der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird dazu aktuell überarbeitet. Weitere
Informationen auf der Seite des Landes Hessen, im sogenannten „NATUREG“, stehen
wegen technischer Schwierigkeiten dort gerade leider nicht zur Verfügung. Ich bin aber
zuversichtlich, dass, wenn es zu einem gemeinsamen Termin im kommenden Jahr
kommt, dann auch wieder Informationsmaterial vorliegt.

Das Naturschutzgebiet wird durch einen ehrenamtlichen Gebietsbetreuer regelmäßig aufgesucht und eine fachkundige Pflege zum Erhalt der vielen verschiedenen Biotoptypen erfolgt durch ein beauftragtes Unternehmen- das Gebiet selbst ist also in besten Händen.

Wichtig ist, dass die Randbereiche zum Naturschutzgebiet als Puffer wirken. Dabei spielen u.a. Ihre Gärten eine wichtige Rolle. Ihr Selbstverständnis, die Gärten als „erweiterte Zone“
des Naturschutzgebietes anzusehen, halte ich für absolut lobenswert. Eine große
Unterstützung wäre es deswegen, wenn Ihre Gärten als Vorbild für andere
Garteninteressierte dienen könnten aber auch für Kinder und Jugendliche, um
diese mit naturnahen Gärten vertraut zu machen. Gerade vor dem Hintergrund
zunehmender Anzahl von „Schottergärten“ im Stadtgebiet sind alternative
Vorzeigeflächen von Bedeutung.  Falls Sie Interesse haben,
sich in dieser Richtung weiter zu engagieren, steht Ihnen das Umweltamt gerne
zur Unterstützung zur Verfügung.

Ich würde mich freuen, wenn wir im Sinne des Natur- und Artenschutzes und zur Förderung der Biologischen Vielfalt in Darmstadt einen gemeinsamen Weg gehen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen, Barbara Akdeniz


Wissenschaftsstadt Darmstadt
Büro Stadträtin Barbara Akdeniz
Luisenplatz 5a
64283 Darmstadt

Tel.:  06151 / 13 – 2855 / -2811 / -2186
Fax:  06151 / 13 – 2309

eMail: dezernatV@darmstadt.de
Internet: www.darmstadt.de


>>> <IBKDarmstadt@web.de> 26.9.2019 10:40 >>>

Sehr geehrte Frau Akdeniz,

wir sind eine Gruppe von Schrebergärtnern, die ihre Gärten an dem Naturschutzgebiet Bessunger Kiesgrube gepachtet haben. Wir sehen uns als erweiterte Zone des Naturschutzgebietes und versuchen deswegen unsere Gärten so natürlich wie möglich zu halten und der Fauna viel Spielraum zu geben; Schließlich halten sich die Tiere und Insekten nicht an die vorgegeben Grenzen ihres Schutzraumes und suchen uns öfter auf J.

Da uns das Naturschutzgebiet sehr am Herzen liegt, haben wir eine Interessengemeinschaft gegründet, mit dem Streben nach natürlicher Bewirtschaftung und Tierschutzzonen, wie z.B. Insektenhotels. Ferner unterstützen wir auch bereits Aktionen wie die Vogel- und Insektenzählung für NABU.

Gerne würden wir unser Wissen und unsere Erfahrung teilen. Aus diesem Grund haben wir uns auch schon Gedanken gemacht über Projekte, wie z.B. Gastunterricht an Schulen und Kita´s.

Gerne würden wir auch einmal Zugang zum Naturschutzgebiet bekommen. Natürlich ist uns schon bewusst, dass das aus gutem Grund nicht gewünscht ist und diese Zone nicht stark frequentiert werden sollte. Wir dachten da auch eher an einen einmal im Jahr stattfindenden Zugang für 1-2 Stunden unter Aufsicht zum Zwecke einer Führung ausgewählter Schüler oder Kinder um das Umweltbewusstsein zu fördern. Auch hätten wir gerne Informationsmaterial über die dort vorhandene Pflanzen- und Tierwelt, wenn es so etwas gibt, oder andere Unterlagen wie z.B. Statistiken.

Wir haben eine derartige Anfrage bereits an das Forstamt geschickt, aber keine befriedigende Antwort erhalten.

Wir waren Teilnehmer an der Stadtverordnetenversammlung im August und an Versammlung zum Thema „runder Tisch Wald“ vom letzten Montag weil uns das Thema sehr beschäftigt und wir eine aktive Rolle beim Schutz der grünen Lungen in Darmstadt einnehmen möchten.

Vielleicht können Sie uns bei unserem Anliegen weiterhelfen und uns auch einige Anregungen mitgeben, wie und wo wir uns als Gruppe noch einbringen können.

Vielen Dank.

Interessengemeinschaft Bessunger Kiesgrube IBK

Frank Schindler